IDEA
← Blog
60MethodeLastenheft · 2 Min. Lesezeit

Was ein Lastenheft leistet – und wann Sie eines brauchen

Das Lastenheft ist ein altes Werkzeug; die moderne Disziplin dahinter heißt Requirements Engineering. An seinem Kern hat sich dabei nichts verändert. Je komplexer ein Produkt ist, umso mehr Gewerke hat es und umso mehr Spezialisten sind an seiner Entwicklung beteiligt – das alles zu koordinieren verlangt nach Struktur.

Das Lastenheft unterstützt genau diesen Prozess. Fundierte, vergleichbare Angebote brauchen mit erhöhter Komplexität exakte und umfangreiche Beschreibungen. Nur so können Lieferanten realistische und vergleichbare Angebote abgeben.

Wenn wir ein Lastenheft erstellen, leistet es zwei Dinge: Es gliedert das Produkt in trennbare Einheiten, die sich getrennt ausschreiben lassen, und es legt für jede Einheit die Eingangs- und Ausgangsschnittstellen fest, über die die Einheiten später zusammenfinden. Diese Schnittstellen machen es möglich, globale Fertigung zentral zu verknüpfen.

Ein Lastenheft gliedert das Gesamtgewerk in einzelne Gewerke, jedes wiederum in klar benannte Arbeitspakete.GesamtgewerkFundamentBodenplatteVerankerungNivellierungDämpfung· · ·Gewerk 1TragrahmenVerstrebungSchweißteilBeschläge· · ·ElektronikSteuerungVerkabelungSensorikSchaltschrank· · ·Gewerk 2AntriebGetriebeLagerungKupplung· · ·AnhängerFahrwerkDeichselBremseBeleuchtung· · ·Gewerk 3VerkleidungDichtungenLackierungMontage· · ·
Das Gesamtgewerk teilt sich in Einzelgewerke, jedes Einzelgewerk wiederum in seine Arbeitspakete. Diese Teilbarkeit legt die Grundlage für die Angebotseinholung und die Vergabe.

Als Beispiel: Eine Anlage teilt sich in drei Einheiten: die Unterkonstruktion für die Stahlbauer, den Aufbau für die Kühlkammer-Hersteller, die Verglasung für die Fensterbauer. Man sucht sich die gewünschten Lieferanten und sendet die Dokumente an alle. Jeder Hersteller liefert ein Angebot auf seine klar umrissene Einheit. Man vergleicht dann die Angebote und wählt jeweils das Optimum. Dank wohlüberlegter Schnittstellen kann man alles zentral zusammenführen.

Wir arbeiten dabei nach ISO/IEC/IEEE 29148, dem internationalen Standard für Requirements Engineering – im deutschsprachigen Raum ergänzt um die Lastenheft-Definition der DIN 69901-5.

Die gemeinsame Referenz

Das Lastenheft ist mehr als ein Angebotsdokument. Während der ganzen Entwicklung bleibt es die gemeinsame Referenz für alle Beteiligten und wächst mit dem Projekt mit.

Die Hauptabmessungen, die Traglast der Stützkonstruktion oder die geforderten Geschwindigkeiten stehen dort für jeden Beteiligten nachlesbar, sodass niemand sie aus dem Gedächtnis rekonstruieren muss.

Ein sauberes Lastenheft dient damit auch der Kommunikation im Projekt: Weil alle Beteiligten auf derselben schriftlichen Grundlage arbeiten, räumt es Missverständnisse aus, bevor sie Geld kosten.


Normen

  1. ISO/IEC/IEEE 29148:2018 – Systems and software engineering, Life cycle processes, Requirements engineering.
  2. DIN 69901-5 – Projektmanagement, Begriffe (Definition Lastenheft / Pflichtenheft).

IDEA e.U. · Determined Innovation

Ein Produkt, das sich in Einheiten zerlegen lässt?

Je genauer Sie beschreiben, was Sie brauchen, desto genauer können wir sagen, was es kostet.

Was ein Lastenheft leistet – und wann Sie eines brauchen | IDEA